In der Chronik des Dorfes Trochtelfingen am Ries steht nachzulesen, dass seit alters her drei Wirtschaften im stattlichen Dorf bestanden. Das Lamm, der einzige heute noch bewirtschaftete Rasthof wurde anno 1814 auf einer bestehenden Hoffläche neu erbaut. Es waren wohlhabende Wirtsleute, die eine große Landwirtschaft mit Mägden und Knechten betrieben und sich für die damalige Zeit einen so großen Gebäudekomplex leisten konnten.

Neben den Wirtschaftsgebäuden war immer schon ein Tiergarten, ein großer Tanzsaal mit Podium und Nebenzimmer vorhanden. Bier wurde selbst gebraut und die Brennrechte für die Schnapsherstellung wurden durch den Besitz von Obstgärten und Hofbäumen eifrig genutzt.

Der Standort der Lamms war ideal für alle Fuhrleute,die im benachbarten Pflaumloch den Verladebahnhof mit Holz bis nach dem 2. Weltkrieg belieferten. Die Langholzfuhren standen häufig von der Dorfmitte bis weit hinaus an der Straße nach Pflaumloch.

Man kehrte gerne ein und für Hochzeiten war das Lamm der repräsentative Ort zum Feiern. Als Tanzboden diente der hintere Saal und der vordere kleine Teil wurde als Speiseraum für die Hochzeitsgäste genutzt.

 

Bis Mitte der 30er Jahre wurde noch Bier im hauseigenen Brauereitrakt gebraut, danach verfiel das Braurecht für die "Wolfinger", wie die damalige Besitzerfamilie hieß. Das Geschwisterpaar Ricke und Fritz Wolfinger hatten jahrzehntelang das Gasthaus geführt, hatten als erste im Dorf eine Waschmaschine, die als rundes Fass mit Transmissionsriemen beschrieben wird und waren mit Leib und Seele Wirtsleute. Die traditionell geführte Wirtschaft Zum Lamm war Treffpunkt gut besuchter Stammtische und der Bauerntische am Sonntagnachmittag welche Kultstatus besaßen.

 

Da die letzten"Wolfinger" ledig blieben, wurde die Bewirtschaftung des Gasthauses immer schwieriger. Letztlich musste es aufgegeben werden,obwohl der sehnlichste Wunsch bestand, dass die Wirtschaft weitergeführt werde.

Die Erben verkauften das gesamte Anwesen der Stadt Bopfingen, die Vorkaufsrecht hatte. Auf Drängen des damaligen Bürgermeisters erwarb

der Trochtelfinger Ortsvortseher Hans Stahringer die Gebäude im Jahr 1989 und renovierte in mühevoller und kunstfertiger Arbeit das denkmalgschützte Gebäude von Grund auf. Es ist letztlich der Verdienst der Famlilie Stahringer, dass der Erhalt des Lamm gesichert werden konnte.

Heute bewirtschaften die Pächter Susanne Kuhn und Peter Blondowski das Hotel

Zum Lamm. Dem detailgetreu renovierten Restaurant mit Nebenzimmern ist ein Hotelbetrieb mit zwölf Zimmern angegliedert und die Bürgerhalle bietet 200 Personen bequemen Platz.

Während der warmen Jahreszeit wird der Biergarten gerne genutzt; denn günstug an der B29 zwischen Nördlingen und Bopfingen gelegen, ist das Lamm auch für den eiligen Gast oder durchreisenden Autofahrer ein erfrischender Halt in reizvoller, dörflicher Umgebung.